Posts Tagged ‘Google’

Google, quo vadis?

Wednesday, May 13th, 2009

Wie viel Energie eine Google-Suchanfrage verbraucht, wurde ja bereits hier erklärt. Dass dieser Verbrauch in Zukunft wohl rasant steigen wird, dürfte spätestens seit dem gestrigen Searchology Press Event klar sein. Google berichtete dabei über zahlreiche geplante Neuerungen, welche im Detail z.B. bei netzwertig.com nachgelesen werden können.

Eine Neuerung möchte ich aber doch herausgreifen. Voraussichtlich Ende Juni lanciert Google einen neuen Dienst, genannt Google Squared. Neu an Google Squared ist, dass die Suchresultate in einer Tabelle ausgegeben werden. Was ziemlich simpel klingt, dürfte das Suchverhalten allerdings nachhaltig verändern. Vorausgesetzt, die Qualität der Resultate stimmt.

Sucht man also zum Beispiel nach einer Fotokamera, listet Google Squared verschiedene Kameratypen in einer Tabelle auf und vergleicht verschiedene Spezifikationen der Kamera miteinander. Die Informationen dazu findet Google auf einer Vielzahl verschiedener Websiten. Oder anders gesagt: Google aggregiert externen Inhalt neu, was einige Copyright Klagen nach sich ziehen könnte. Das wirklich coole an Google Squared ist, dass man selber eigene Spalten hinzufügen kann. Man kann sich also beispielsweise die Anzahl Megapixel der Kameras anzeigen lassen oder die Kameras nach Art der Speicherkarte listen.

Eine kleine Demonstration von Google Squared lässt sich bei Techcrunch finden.

Zu Beginn wird es leider noch nicht möglich sein, die  Daten zu exportieren. Immerhin kann man die Suchabfrage aber speichern, vorausgesetzt man besitzt ein Google-Konto.

Die Präsentation der neuen Google Funktionen dürfte allerdings nicht von ungefähr kommen. Denn einer der wohl härtesten Konkurrenten von Google in der Zukunft, Wolfram|Alpha, wird mit seiner Suchmaschine noch diesen Monat online gehen.

Mal sehen, wo der Suchmaschinen-Weg hinführen wird.

Googlen schlimmer als Tee trinken?

Monday, January 12th, 2009

Wie die Times Online berichtet, ist der CO2 Ausstoss von zwei Google-Abfragen genau so hoch, wie derjenige, der beim Aufkochen einer Tasse Tee entsteht. Genau genommen etwa 15 Gramm CO2. Mit diesem – herrlich britischen – Vergleich, wollen die Autoren darauf hinweisen, dass unsinnige Suchanfragen immer auch mit Kosten für die Umwelt verbunden sind und man sich deshalb auf ernsthafte Abfragen konzentrieren soll. Sie gehen sogar soweit, dass sie Stephen Fry vorwerfen, dass seine doch eher substanzlosen Tweets aus Neuseeland unsere Atmosphäre bedrohen.

Dass die weltweite IT-Infrastruktur mit allen Servern als Ganzes einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die CO2 Emissionen haben, steht ausser Frage. Geschätzt generieren sie etwa 2% sämtlicher CO2 Emissionen weltweit und damit genau so viel, wie die Flugindustrie (wobei eine Tonne CO2 auf der Erdoberfläche natürlich nur bedingt vergleichbar ist, mit dem selben Ausstoss direkt in den höheren Luftschichten). Trotzdem machen es sich die beiden Autoren mit ihrem Vorwurf direkt an Google wohl etwas zu einfach.

Nicht nur kompensiert Google nach eigenen Angaben seinen CO2-Ausstoss seit 2007; auch ist nicht klar, wie die beiden Herren auf die 7 Gramm CO2 pro Suchanfrage kommen, wenn sie gleichzeitig schreiben, dass sie nicht wissen, wie viel Energie Google tatsächlich benötigt und wo sie ihre Datenzentren haben. Bei geschätzten 200 Millionen Suchanfragen pro Tag, ist es wohl in Googles ureigenstem Interesse, eine möglichst energieeffiziente Infrastruktur zu unterhalten. Viel schwerwiegender fallen da wohl die Computer der Nutzer ins Gewicht. Vielleicht sind das 30 Zoll Display, der übertaktete, wassergekühlte Prozessor und die zwei Grafikkarten mit separaten Stromanschlüssen ja gar nicht zwingend erforderlich, nur um den eigenen Namen zu googlen?

(Dieser Blogeintrag soll aber niemand davon abhalten, seinen online-CO2-Rucksack zu kompensieren. Wir haben das schliesslich auch gemacht.)

Der Wolf im Schafspelz oder “Warum nicht alles innovativ ist, was sich Open Innovation schreibt”

Wednesday, November 26th, 2008

Im Bereich der Open Innovations sind  zurzeit zwei verschiedene Tendenzen auszumachen. Unten stehend findet sich eine kurze, kritische Betrachtung der beiden Tendenzen:

1. Die Unternehmen versuchen möglichst vielen Konsumenten für Feedbacks zu gewinnen

2. Grössere Unternehmen kaufen kleine, innovative Firmen oder deren Ideen auf (Link)

 

1. Möglichst viel Feedback

Die erste Tendenz wurde hier auch schon diskutiert.  Die Beispiele von Tchibo und Starbucks sind nur einige aus einer ganzen Liste. Auch Kraft Foods wandelt auf den Pfaden der Probierpioniere. Diese Plattformen haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung, haben aber nicht viel mit Open Innovations zu tun. Das Konzept der Open Innovations baut auf ein Geben und Nehmen zwischen Unternehmung und Konsumenten. Die Unternehmung sollte begeisterten Kunden die Möglichkeit geben, wirklich an Innovationen mitzuarbeiten. Dies kann geschehen, in dem die Kunden in den Entwicklungsprozess integriert und offene Schnittstellen geschaffen werden. Es geht nicht darum, mittels Produktsamples oder Gutscheinen möglichst viele extrinsisch motivierte Teilnehmer zu finden (z.B. mittels Cassiber oder WebStorm) und Feedback zu bestehenden Produkten abzufragen. 

 

2. Ich kauf mir die Innovation

Dass kleine Firmen oftmals mehr Innovationskraft an den Tag legen, als grosse Unternehmen, ist nicht weiter verwunderlich. Grosse Firmen bringen meist starre Strukturen mit sich, die nicht gerade eine Inspirationsumgebung für neue Ideen darstellen. Selbst einer der grössten Innovatoren unserer Zeit, Google, kauft viele Ideen ein um sie dann selber weiterzuentwickeln (YouTube, Blogger.com, JotSpot, etc.). Diese Idee ist also nicht neu und ist meiner Meinung nach auch nicht eine reine Form der Open Innovations. 

 

Fazit

Folgende Punkte sollten für eine erfolgreiche Integration von Open Innovations beachtet werden (Ergänzungen herzlich willkommen):

- Identifizierung von einer kleiner Gruppe motivierter Kunden

- Einbezug der Personen bereits bei der Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen

- Zugang zu Unternehmens-Know-how

- Zusammenarbeit mit der internen R&D-Abteilung

- Klare Aufgabenstellungen

- Einfache Collaborationsmöglichkeiten

- Wärtschätzung

Eine Plattformen, die viele der oben erwähnten  Punkte erfüllt, ist  Atizo, über die wir bereits hier berichtet haben. Im Moment sind gerade wieder mehrere spannende Projekte am Laufen.

Auf Unternehmensebene ist Lego wohl noch immer das Paradebeispiel. 

Was sind für euch Paradebeispiele von Open Innovations?

Projekt 10 hoch 100 oder die Kunst aus 10 Millionen $ das Beste zu machen

Monday, September 29th, 2008

Google hatte es in letzter Zeit nicht ganz einfach mit den Medien. Ihr Browser „Chrome“ wurde verdächtigt, Daten über den Nutzer zu sammeln, in Japan gibt es Proteste gegen Google Street View und überhaupt wird das Unternehmen zu einem riesigen Koloss, der alles und jeden überwachen kann. (übrigens, wer sich – wie ich – fragt, warum Google einen eigenen Browser entwickelt, dem empfehle ich folgenden Blogeintrag von Robert X. Cringely.*)

Was kann Google also tun? Schliesslich ist Google nach eigenen Angaben ja “nicht böse“. Da es an Geld nicht mangelt, hat Google diese Frage – ganz im Geist von Web2.0 – an die Webcommunity gestellt und wartet jetzt auf Antworten. Jeder und jede kann bis zum 20 Oktober Ideen einreichen, wie Google mit insgesamt 10 Millionen $ ein Maximum an „Gutem“ tun kann. Projekte können in 8 Kategorien eingereicht werden und werden anhand von 5 Kriterien beurteilt. Je grösser der Impact eines Projektes, um so grösser die Chance, dass Google es finanziert.

(* auch als MP3 verfügbar)