Medienanalyse im Modus Handgelenk mal Pi
July 13th, 2009 von Bernhard Schmid“Ein 15-Jähriger sorgt in der Finanzwelt für Furore“, “Nachwuchstalent: 15-Jähriger lässt Analysten alt aussehen“, “Sensationsbericht: Teenager führt Analysten vor” – das sind die Schlagzeilen des Tages. Sensationell ist daran aus meiner Sicht vor allem Folgendes: Ein Bankpraktikant äussert sich zur Mediennutzung von Teenagern. Statt auf empirischen Daten beruht seine Analyse auf persönlichen Eindrücken aus dem Kollegenkreis. Die Bank publiziert’s als Analystenbericht und die Welt findet’s grossartig. Food for thought:
1. Herausgekommen sind scheinbar “einige der klarsten und aufrüttelndsten Erkenntnisse, die wir je gesehen haben”, so Edward Hill-Wood, Leiter Analyseteam von Morgan Stanley. Anders formuliert: Der Bericht ist aufgrund der Datenlage wenig differenziert. Das kommt uns aber in der ach so komplexen Realität entgegen. Einfache Lösungen sind eben immer noch die besten.
2. “Den ganzen Tag über haben sich Fondsmanager und Konzernchefs bei uns gemeldet”, kommentiert Hill-Wood weiter. Anders formuliert: Wegen mangelnder Interoperabilität und Repräsentativität der Untersuchung haben sich so viele Kunden und Partner beschwert wie noch nie.
Obwohl einige Beobachtungen des Praktikanten durchaus interessant sein mögen: Wenn die Analysen, welche in die Marktbewertungen einfliessen, so daherkommen, dann wundert sich hoffentlich niemand über Trendblasen und volatile Märkte.
Tags: Empirie, Medienanalyse, Morgan Stanley