Googlen schlimmer als Tee trinken?

January 12th, 2009 von Roman Högg

Wie die Times Online berichtet, ist der CO2 Ausstoss von zwei Google-Abfragen genau so hoch, wie derjenige, der beim Aufkochen einer Tasse Tee entsteht. Genau genommen etwa 15 Gramm CO2. Mit diesem – herrlich britischen – Vergleich, wollen die Autoren darauf hinweisen, dass unsinnige Suchanfragen immer auch mit Kosten für die Umwelt verbunden sind und man sich deshalb auf ernsthafte Abfragen konzentrieren soll. Sie gehen sogar soweit, dass sie Stephen Fry vorwerfen, dass seine doch eher substanzlosen Tweets aus Neuseeland unsere Atmosphäre bedrohen.

Dass die weltweite IT-Infrastruktur mit allen Servern als Ganzes einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die CO2 Emissionen haben, steht ausser Frage. Geschätzt generieren sie etwa 2% sämtlicher CO2 Emissionen weltweit und damit genau so viel, wie die Flugindustrie (wobei eine Tonne CO2 auf der Erdoberfläche natürlich nur bedingt vergleichbar ist, mit dem selben Ausstoss direkt in den höheren Luftschichten). Trotzdem machen es sich die beiden Autoren mit ihrem Vorwurf direkt an Google wohl etwas zu einfach.

Nicht nur kompensiert Google nach eigenen Angaben seinen CO2-Ausstoss seit 2007; auch ist nicht klar, wie die beiden Herren auf die 7 Gramm CO2 pro Suchanfrage kommen, wenn sie gleichzeitig schreiben, dass sie nicht wissen, wie viel Energie Google tatsächlich benötigt und wo sie ihre Datenzentren haben. Bei geschätzten 200 Millionen Suchanfragen pro Tag, ist es wohl in Googles ureigenstem Interesse, eine möglichst energieeffiziente Infrastruktur zu unterhalten. Viel schwerwiegender fallen da wohl die Computer der Nutzer ins Gewicht. Vielleicht sind das 30 Zoll Display, der übertaktete, wassergekühlte Prozessor und die zwei Grafikkarten mit separaten Stromanschlüssen ja gar nicht zwingend erforderlich, nur um den eigenen Namen zu googlen?

(Dieser Blogeintrag soll aber niemand davon abhalten, seinen online-CO2-Rucksack zu kompensieren. Wir haben das schliesslich auch gemacht.)

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3 Responses to “Googlen schlimmer als Tee trinken?”

  1. Dieter Gotzen Says:

    Hallo zusammen,

    endlich kommen wir zu den wahren Problemen dieser Erde. Nicht israelische Raketen oder amerikanische Panzer und Kriegsflugzeuge, nein, unsere Google-Suche trägt zum ultimativen Klimakiller bei. Gut das wir das rechtzeitig erkannt haben.

    Mit dem Kopf auf die Schreibtischplatte schlagend grüße aus NRW

    Dieter Gotzen

  2. Denis Says:

    200 Millionen Suchanfragen pro Tag? wow! Sind sie wirklich so viel?

  3. Roman Says:

    Hallo Denis

    > 200 Millionen Suchanfragen pro Tag?

    Genaue Zahlen hatte ich leider nicht und musste mich für den Blogeintrag auf die Werte berufen, die der Times Artikel erwähnt. So furchtbar hoch scheint mir der Wert aber nicht. Persönlich mache ich an einem durchschnittlichen Arbeitstag sicher um die 20 Suchabfragen. (wenn das jetzt noch 10 Millionen andere User genau so machen…)

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