Archive for the ‘Monitoring’ Category

Medienanalyse im Modus Handgelenk mal Pi

Monday, July 13th, 2009

Ein 15-Jähriger sorgt in der Finanzwelt für Furore“, “Nachwuchstalent: 15-Jähriger lässt Analysten alt aussehen“, “Sensationsbericht: Teenager führt Analysten vor” – das sind die Schlagzeilen des Tages. Sensationell ist daran aus meiner Sicht vor allem Folgendes: Ein Bankpraktikant äussert sich zur Mediennutzung von Teenagern. Statt auf empirischen Daten beruht seine Analyse auf persönlichen Eindrücken aus dem Kollegenkreis. Die Bank publiziert’s als Analystenbericht und die Welt findet’s grossartig. Food for thought:

1. Herausgekommen sind scheinbar “einige der klarsten und aufrüttelndsten Erkenntnisse, die wir je gesehen haben”, so Edward Hill-Wood, Leiter Analyseteam von Morgan Stanley. Anders formuliert: Der Bericht ist aufgrund der Datenlage wenig differenziert. Das kommt uns aber in der ach so komplexen Realität entgegen. Einfache Lösungen sind eben immer noch die besten.

2. “Den ganzen Tag über haben sich Fondsmanager und Konzernchefs bei uns gemeldet”, kommentiert Hill-Wood weiter. Anders formuliert: Wegen mangelnder Interoperabilität und Repräsentativität der Untersuchung haben sich so viele Kunden und Partner beschwert wie noch nie.

Obwohl einige Beobachtungen des Praktikanten durchaus interessant sein mögen: Wenn die Analysen, welche in die Marktbewertungen einfliessen, so daherkommen, dann wundert sich hoffentlich niemand über Trendblasen und volatile Märkte.

Nichts ist so spannend, wie die Zeitung von gestern

Wednesday, April 22nd, 2009

Mit Google News stellt Google seit längerem eine Dienstleistung zur Verfügung, die ihr nicht nur Freunde schafft. So sind verschiedene Zeitungsanbieter der Meinung, dass die Leser dadurch nicht mehr zur physischen Zeitung greifen und sich mit der Gratisausgabe online begnügen. Zudem bereichere sich Google an der Leistung von Dritten und überhaupt besteht die Gefahr, dass die Geschichtsschreibung plötzlich einer privaten Firma unterliegt (z.B. Artikel in der FAZ). Durchaus berechtigte Kritikpunkte. Gerade wenn man bedenkt, wie einfach digitale Daten auch nachträglich noch verändert werden können, ist es schlicht unmöglich, die Korrektheit oder Vollständigkeit von digitalen Archiven zu kontrollieren. Ein Thema, dem sich sich in ähnlicher Form auch schon Science Fiction Autoren, wie George Orwell angenommen haben.

Als – nichts desto trotz – bekennender Fan von Online-Zeitungsarchiven, habe ich trotzdem mit Interesse gelesen, was Andy Hertzfeld am Montag geblogt hat. Die Google News Timeline wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit ihr lassen sich Zeitungsmeldungen und ganze Zeitschriftenarchive entlang einer Zeitachse durchsuchen. Ein beeindruckendes System und wenn ich mich durch alle Artikel durchgelesen habe, die an meinem Geburtstag erschienen sind, werde ich früher oder später sicher auch eine seriöse Anwendung dafür finden…

Virales Marketing durch mediumsgerechte Kommunikation

Monday, November 10th, 2008

Viele Unternehmen sind heute leider noch immer unsicher im Umgang mit neuen Medien und speziell mit Kritik, welche über diese neuen Kanäle geäussert wird. Nicht ohne Grund verzichten noch immer viele Firmen auf einen Blog oder haben Angst vor der Konfrontation mit dem Kunden im Internet.

Electronic Arts (EA), der Videospiele-Hersteller, hat vor kurzem eindrücklich gezeigt, wie man mediumsgerecht auf Kritik eingeht. (Quelle)

Ein findiger Gamer des neusten Golf-Spiels hatte bemerkt, dass Tiger Woods bei einem Schlag über das Wasser gehen kann. Dieser Fehler hat er gefilmt und auf YouTube gestellt.

Doch anstatt den Gamer zu verwarnen oder gar abzustrafen, hatten die Werber von EA eine viel bessere Idee:

Zwei wichtige Punkte möchte ich dabei speziell hervorheben:

1. Ein gut strukturiertes Online-Monitoring ist heute unerlässlich und dient nicht nur zur Frühwarnung allfälliger Krisen.

2. Erfolgreiches virales Marketing, gerade im Videobereich, kostet Geld. Es muss ja nicht gleich Tiger Woods sein, aber die Zeiten, in denen 14-jährige Jungs mit einem Video, gedreht mit der Cam eines Handys, über Nacht zu Weltruhm kommen, sind definitiv vorbei. Der Beitrag von Dan Ackermann Greenberg auf Technorati zu diesem Thema ist ja schon beinahe legendär.

NZZ druckt am schärfsten

Friday, November 7th, 2008

Niemand druckt so scharf wie die NZZ. Den vermeintlichen Beweis dafür habe ich heute Morgen in der Beilage NZZdomizil gefunden. Im wöchentlichen Bilderrätsel wird danach gefragt, wo sich die folgende Sprungschanze befindet:

Ich hätte es auch sonst erraten, aber diesmal war das Rätsel doch gar einfach. Sprungschanzen sind oftmals angeschrieben, und so erkennt man denn bei genauem Hinsehen…

… St. Moritz.

Happy Stop Piracy Day!

Tuesday, October 28th, 2008

Am vergangenen Samstag fand in der Schweiz der erste Stop Piracy Day statt. Unternehmen aus der Software-, Film-, Musik-, und Pharma-Branche wehren sich damit gegen die Produktpiraterie. Logisch, hinterlässt doch diese in der Schweizer Wirtschaft einen jährlichen Schaden von rund 2 Milliarden Franken (Schätzung CASH 2005).

Der an sich löbliche Anlass fand in der etablierten Presse jedoch nur begrenzte Aufmerksamkeit, etwas angereichert durch die Geschichte über Nationalrat Giezendanner’s Hosensack-Import einer gefälschten Rolex.

Das alleine wäre ja schon Grund zur Betrübnis. Den Vogel abgeschossen hat aber der Kommentar von Sonntagszeitungs-Redaktor Michael Lütscher am Tag nach dem Stop Piracy Day. Er findet Fälschungen seien Kult, “ein Spiel” und ein subversives Marketinginstrument. Wie wenn etwa Freitag-Taschen, die Citroën DS oder das Schweizer Armeemesser dank Fälschungen zu Kultobjekten geworden wären. Was im Einzelfall witzig sein mag, verliert hier in der Masse jeglichen Charme.

Da ist wohl noch einiges an Aufklärungsarbeit nötig. Happy Stop Piracy Day!

Visionär durch die Krise

Friday, October 24th, 2008

Heute Morgen in den Radionachrichten: Experten sagen voraus, dass die Finanzkrise wahrscheinlich Auswirkungen auf die reale Wirtschaft haben wird. Aha. Und dann heissen die Nachrichten auch noch News…, nachdem alleine schon die grössten Deutschen Unternehmen seit Jahresbeginn rund 500 Milliarden Euro an Wert verloren haben.

Automobil- und Motorradwebsites

Wednesday, March 19th, 2008

Zum Abschluss des Automobilsalons in Genf haben sich einige Schweizer Blogger den Websites von Automobilherstellern angenommen.Karsten Füllhaas stellt hier einen interessanten Vergleich der Web-TV’s verschiedener Hersteller an. Der Leumund hat bereits vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass es bei der Mercedes Website offensichtliche Browser-Kompatibilitätsprobleme gibt. Mercedes scheint kein umfassendes Online Monitoring zu betreiben, denn der Fehler ist noch nicht behoben…Interessant ist auch der Vergleich von Auto-Websites mit Motorrad-Websites. Setzen die Automobilhersteller zusehends auf Videos und Web 2.0-ähnliche Inhalte, scheinen sich die Motorradhersteller wie Harley-Davidson, Ducati oder Aprilia mit herkömmlicheren Inhalten zu begnügen. Was ich aber als keines Wegs schlechter beurteilen will. Im Gegenteil. Die für den Kunden relevanten Informationen sind einfacher zugänglich und dass man auch ohne viel Flash-Inhalt einen guten Image-Transfer erreichen kann, zeigt Harley eindrücklich.

Blog Monitoring Studie

Monday, November 19th, 2007

Remo Schläpfer von der Université de Fribourg führte diesen Sommer im Rahmen seiner Lizentiatsarbeit eine quantitative Blogmonitoring Studie durch, an welcher sich 50 Experten der PR- und Medien-Monitoring-Branche beteiligten.
Die Resultate der Studie brachten keine grundlegend neuen Resultate zu Tage sondern bestätigten viel mehr die vorhandene Meinung.

Trotz der hohen Relevanz bei der Früherkennung von Issues nutzen lediglich 12 Prozent der Agenturen Blog Monitoring. Dies obwohl dank frei zugänglicher Onlinesoftware bereits mit geringem Budget ein qualitativ gutes Monitoring erzielt werden könnte.

Durch die immer noch steigende Anzahl Blogger wird auch das Blog Monitoring in Zukunft eher an Bedeutung gewinnen, speziell in reputations-sensiblen Märkten.
Wir werden die Augen auf jeden Fall offen halten und verfolgen, wohin der Trend geht.

Quelle: Diffusion von Blog Monitoring in der Schweiz, Schläpfer, 2007

Blog-Monitoring auf dem Vormarsch

Friday, March 16th, 2007

Die EuroBlog2007-Studie hat es gezeigt: Immer mehr PR-Manager beobachten Trends und Themen in Weblogs. Jeder zweite der über 400 befragten PR-Verantwortlichen aus 24 Ländern nutzt demnach RSS-Feeds zur Beobachtung der Blogosphäre. Im Vorjahr waren es nur ein Drittel. 20 Prozent der Befragten setzen gar auf professionelle Monitoring-Services. Und der Trend dürfte weitergehen: Rund 85 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Social Software die Kommunikation “revolutionieren” wird.

US Militär monitort bloggende Soldaten

Tuesday, October 31st, 2006

Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, hat die US Armee zunehmend Mühe mit bloggenden Soldaten. Während die Kontrolle des Informationsflusses von der Kriegsfront beim Einmarsch in den Irak vor drei Jahren mit dem Konzept der “embedded Journalists” noch relativ gut gelang, sieht die Situation heute anders aus.

Eine Vielzahl vor allem junger US-Soldaten berichtet in persönlichen Blogs von Ihrem Alltag im Land am Tigris. Was die Angehörigen der Dienstleistenden freut, ist der Militärführung ein Graus. Sie befürchtet, dass die Soldaten sensible Informationen verbreiten könnten. Aus diesem Grund hat das US Militär ein zehnköpfiges Team der Virginia National Guard gegründet, welches die Blogs der Soldaten nach sicherheitsrelevanten Regelverstössen durchforstet. Angeleitet wird das Monitoring Team von der Army’s Web Risk Assessment Cell (AWRAC). Zu tun hat das Team genug. Gemäss Wired gibt es derzeit 1200 aktiv bloggende US-Soldaten im Irak.